Claude ist eine Familie von großen Sprachmodellen (Large Language Models, LLM), die vom US-amerikanischen Unternehmen Anthropic entwickelt wird. Claude wurde im März 2023 als KI-basierter Chatbot veröffentlicht und wird auch bei der KI-gestützten Softwareentwicklung eingesetzt. Das Modell wird mithilfe einer sogenannten „Constitution” trainiert, einer von Anthropic entwickelten Methode zur Verbesserung der ethischen und rechtlichen Konformität.
Unternehmenshintergrund
Anthropic wurde 2021 in San Francisco von den Geschwistern Dario und Daniela Amodei gegründet, gemeinsam mit weiteren ehemaligen Mitarbeitern von OpenAI. Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung sicherer, interpretierbarer und steuerbarer KI-Systeme.
Modellfamilie
Seit Claude 3 wird jede Modellgeneration typischerweise in drei Größen veröffentlicht: Haiku (die leistungsschwächste), Sonnet und Opus (die leistungsstärkste). Im Jahr 2026 wurde zusätzlich ein Modell namens Claude Mythos eingeführt, das zunächst nur einer kleinen Zahl von Unternehmen und Organisationen zur Verfügung gestellt wurde. Daneben erschien mit Claude Fable 5 ein öffentlich zugängliches Modell derselben neuen „Mythos”-Modellklasse, die oberhalb der Opus-Stufe angesiedelt ist.
Zu den aktuelleren Modellversionen zählen unter anderem Claude Sonnet 4.6, Claude Opus 4.8, Claude Haiku 4.5 sowie die im Juni 2026 vorgestellten Modelle Claude Fable 5 und Claude Mythos 5. Im Juli 2026 veröffentlichte Anthropic zudem Claude Opus 5 für komplexe agentenbasierte Programmieraufgaben und Unternehmensanwendungen, mit einem Kontextfenster von einer Million Token, bis zu 128.000 Ausgabe-Token und standardmäßig aktiviertem „Adaptive Thinking”.
Exportkontrollen (Juni 2026)
Kurz nach der Veröffentlichung von Fable 5 und Mythos 5 setzte Anthropic den Zugang zu beiden Modellen vorübergehend aus, um US-Exportkontrollbestimmungen des Handelsministeriums zu entsprechen. Nachdem die entsprechenden Beschränkungen aufgehoben wurden, stellte Anthropic den Zugang am 1. Juli 2026 wieder her.
Produkte und Funktionen
Claude ist über verschiedene Schnittstellen zugänglich:
- Claude.ai – webbasierte Chat-Oberfläche für Privat- und Geschäftskunden
- Claude API – Programmierschnittstelle für Entwickler
- Claude Code – ein agentenbasiertes Werkzeug zur Softwareentwicklung über Kommandozeile, Desktop- oder mobile App
- Claude Cowork – eine agentenbasierte Anwendung für allgemeine Wissensarbeit
- Claude Design – ein am 17. April 2026 veröffentlichtes kollaboratives Werkzeug zur visuellen Erstellung von Designs, Prototypen, Präsentationen und Marketingmaterialien mittels natürlicher Sprache.
Im Juni 2024 wurden sogenannte „Artifacts” eingeführt, mit denen Code-Ausschnitte und Dokumente generiert und bearbeitet werden können. 2025 ergänzte Anthropic Claude zudem um eine Websuche-Funktion.
Abonnements
Claude Pro und Claude Max sind Abonnementdienste, die zusätzlichen Zugang zu Claude-Modellen bieten, wobei Max höhere Nutzungslimits gegen einen Aufpreis bereitstellt. Für Gruppen gibt es zudem die Angebote Claude Team und Claude Enterprise.
Verbreitung und Nutzung
Claude verzeichnete ein deutliches Wachstum im Geschäftskundenbereich; die Software-Abonnements wuchsen im Februar 2026 monatlich um 4,9 Prozent. Claude Code wird unter anderem von Mitarbeitenden bei Microsoft, Google und OpenAI genutzt. Im August 2025 entzog Anthropic OpenAI jedoch den Zugang zu Claude und bezeichnete dies als „direkten Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen”.
Training und ethischer Rahmen
Claude wird nach dem Prinzip der sogenannten „Constitutional AI” trainiert – einem Ansatz, bei dem das Modell anhand eines schriftlich festgelegten Wertekatalogs (der „Constitution”) auf ethisches und regelkonformes Verhalten ausgerichtet wird, anstatt sich ausschließlich auf menschliches Feedback zu stützen.
